Spielersperrsystem verzeichnet knapp 390.000 Sperren im ersten Halbjahr

August 12, 2026  ·  1 min read

Das bundesweite Spielersperrsystem für Glücksspiele hat nach Angaben des Regierungspräsidiums Darmstadt im ersten Halbjahr knapp 390.000 Sperren erfasst. Die zuständige Behörde verzeichnete außerdem rund 600.000 Statusabfragen über Spieler.

Die Zahlen gab das Regierungspräsidium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bekannt. Auf eine einzelne Person können dabei mehrere Sperren eingetragen sein, sodass die Anzahl der gesperrten Personen niedriger liegt als die Gesamtzahl der Sperren.

Das System ermöglicht sowohl Selbstsperren als auch Fremdsperren. Spieler können sich freiwillig registrieren lassen oder werden von Dritten gesperrt. Beim Betreten einer Spielhalle, Spielbank oder eines Wettanbieters wird die Identität abgeglichen. Erscheint eine Person im System, muss ihr der Zutritt verweigert werden.

2,4 Millionen Boni-Anfragen im Halbjahr

Neben den Statusabfragen registrierte das Regierungspräsidium Darmstadt rund 2,4 Millionen sogenannter Boni- und Rabattanfragen. Glücksspielanbieter sind verpflichtet, diese Abfragen durchzuführen. Die Regelung soll verhindern, dass Veranstalter gesperrte Spieler mit Boni oder Rabatten dazu bewegen, ihre Sperre aufheben zu lassen.

Das spielformübergreifende System ist seit Juli 2021 bundesweit im Einsatz. Es dient dem Schutz von Spielern und der Bekämpfung der Glücksspielsucht.

1,3 Millionen Menschen mit glücksspielbezogener Störung

Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen gibt an, dass hochgerechnet gut 1,3 Millionen Menschen in Deutschland die Diagnosekriterien einer glücksspielbezogenen Störung erfüllen. Weitere 3,1 Millionen Menschen zeigen Anzeichen für problematisches Glücksspielverhalten.

Die Umsätze auf dem legalen Glücksspielmarkt haben sich nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchfragen zwischen 2010 und 2014 auf gut 69 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.

Wichtige Fragen beantwortet

Wie viele Sperren wurden im ersten Halbjahr im Spielersperrsystem erfasst?

Das System hat knapp 390.000 Sperren erfasst. Die Anzahl der tatsächlich gesperrten Personen liegt jedoch niedriger, da auf eine Person mehrere Sperren eingetragen sein können.

Seit wann ist das bundesweite Spielersperrsystem im Einsatz?

Das spielformübergreifende System ist seit Juli 2021 bundesweit im Einsatz.

Wozu dienen die Boni- und Rabattanfragen, von denen es 2,4 Millionen gab?

Glücksspielanbieter sind verpflichtet, diese Abfragen durchzuführen. Die Regelung soll verhindern, dass Veranstalter gesperrte Spieler mit Boni oder Rabatten dazu bewegen, ihre Sperre aufheben zu lassen.

Wie viele Menschen in Deutschland erfüllen die Diagnosekriterien einer glücksspielbezogenen Störung?

Laut dem Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen erfüllen hochgerechnet gut 1,3 Millionen Menschen in Deutschland diese Diagnosekriterien.